Geisteswirtschaft ist zurück

Im Juli 2011 befand ich mich im 2. Semester meines Germanistik Studiums und habe begonnen unter dem Namen Geisteswirtschaft zum Thema GeisteswissenschaftlerInnen in der Wirtschaft zu bloggen. Ich wollte mir und anderen damit die Frage beantworten, welche beruflichen Optionen einem nach einem geisteswissenschaftlichen Studium offen stehen.

Zudem war das Informationsangebot für GeisteswissenschaftlerInnen zum Thema Studium und Berufseinstieg zu dieser Zeit leider bescheiden, was dafür sprach, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Bekanntlich bildet ein geisteswissenschaftliches Studium nicht für einen bestimmten Beruf aus, sondern man ist gefordert sich selbst in der Fülle der Möglichkeiten seinen Weg zu suchen. Und diese Fülle der Möglichkeiten wollte ich sichtbar machen.

Das Ziel: unentdeckten Skills sichtbar machen

Das Angebot auf Geisteswirtschaft sollte Studierenden und Absolventen als Inspiration und Orientierungshilfe dienen. Ich wollte andere dazu ermutigen, das für sich Beste aus ihrem Studium herauszuholen, ihre Chancen und Möglichkeiten zu erkennen und selbstbewusster mit ihrem Wissen umzugehen.

Den Kern von Geisteswirtschaft stellten die Experteninterviews dar: Ich habe beruflich erfolgreiche GeisteswissenschaftlerInnen gefragt, wie ihr Studium verlief und was auf dem Weg zu ihrem aktuellen Job alles passiert ist. Die meist sehr individuellen Werdegänge gaben praxisnahe und realistische Beispiele, fernab jeder verallgemeinerten Ratgeberliteratur. Es kamen aber auch Studierende zu Wort, die ein besonderes Engagement während des Studiums zeigten. Drumherum gab es Artikel mit praktischen Ratschlägen und fachbezogenen Neuigkeiten.

Geisteswirtschaft neu gedacht

Da meine Berufstätigkeit über die Jahre zunahmen, kam ich immer seltener dazu für Geisteswirtschaft Beiträge zu schreiben. Zwar war ich (und bin es noch) nebenher immer als Dozentin, Autorin, Rednerin und Workshopleiterin aktiv, aber auf dem Blog wurde es mit der Zeit leider still. Nachdem Geisteswirtschaft zuletzt sogar für einige Monate komplett offline war, habe ich in 2020 nun begonnen, den Blog neu aufzubauen, allerdings mit einem veränderten Themenschwerpunkt. Denn: Mittlerweile bin ich selbst eine Geisteswissenschaftlerin in der Wirtschaft.

Gute 9 Jahre nach der Gründung von Geisteswirtschaft ist es daher an der Zeit, ein paar inhaltliche Veränderungen vorzunehmen. Geisteswirtschaft ist nicht mehr allein ein Blog, der über GeisteswissenschaftlerInnen in der Wirtschaft informiert, sondern umfasst die ganze Themenbandbreite, die mich inzwischen beruflich wie auch privat interessiert. Das heißt die Themen Digitalisierung, New Work und Selbstständigkeit aber auch Kunst und Kultur mit dem Schwerpunkt Streetart sind neu hinzugekommen.

Warum Streetart?

Ich mochte es schon immer, wenn StreetartakteurInnen mich mit ihren Stickern, Paste Ups und Graffiti irritierten, zum lachen oder zum nachdenken brachten. 2016 wurde ich dann unter dem Namen Dellephant selbst aktiv und gestalte den urbanen Raum seither mit Stickern nach meinen Vorstellungen mit.

Allerdings gibt das Thema Streetart mehr her, als herumzulaufen und zu stickern. Ich interessiere mich seit Jahren für dieses komplexe Thema und schätze die Offenheit und Vielfalt der Streetartszene sehr. Damit einhergehend beschäftige ich mich auch verstärkt mit Stadtentwicklung und der zentralen Frage „Wem gehört die Stadt?“. Im Dezember 2019 fand zudem das Forum Wissenschaftskommunikation in Essen statt, auf dem ich sogar einen Workshop zu dem Thema mitgestalten durfte.

Wie geht es weiter?

Die Erfahrung zeigt, dass ich am besten über die Themen schreibe, die mich direkt betreffen und interessieren. Deshalb ist die logische Konsequenz, dass Geisteswirtschaft sich mit mir zusammen weiterentwickelt – weg von einem Blog zum Berufseinstieg und hin zu meinem ganz persönlichen Blog rund um GeisteswissenschaftlerInnen, Selbstständigkeit, Digitalisierung, Streetart und was mir sonst noch in den Sinn kommt. Und ich würde mich freuen, wenn ihr mich weiterhin begleitet. 🙂

Für Fragen, Themenwünsche, Anregungen und Kritik schreib einfach eine E-Mail an info@geisteswirtschaft.de.