Die Jobwette – Arbeitsmarkt für Akademiker

Cleo (23) und Jonas (25), beide hochqualifiziert, schließen eine Wette ab: Wer schafft es zuerst, einen Arbeitsplatz für Akademiker mit Perspektive zu ergattern? Ein Job-Marathon von unbestimmter Dauer beginnt, mit ernüchternden Ergebnis.

Cleo hat einen Master für Wirtschaftswissenschaften an einer Elite-Uni in Glasgow erworben, war ein Jahr in Japan, spricht fließend Englisch und Französisch, kann auch Japanisch und Arabisch. Jonas hat ein Studium in den USA vorzuweisen und einen Bachelor in Politikwissenschaften gemacht.

Erst nach über einem halben Jahr findet Cleo dank eines Personalvermittlers einen Job bei einer IT-Firma während Jonas noch immer auf der Suche ist und sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt. Das Ergebnis dieses Beitrags ist ernüchternd und man fragt sich am Ende natürlich: Woran liegt es, dass die beiden solche Schwierigkeiten beim Berufseinstieg haben? Und vor allem: Was hätten sie besser machen können?

Ohne den Lebenslauf der beiden zu kennen, ist es natürlich schwer hier eine genaue Aussage zu den möglichen Ursachen zu machen. Was mir jedoch sofort aufgefallen ist: obwohl beide im Ausland waren, fehlt es ihnen an spezifischen Praxiserfahrungen. Zwar schien es das ein oder andere Praktikum gegeben zu haben, aber besonders Jonas konnte auf die Frage „Was kannst du eigentlich?“ nicht antworten. Wer nicht klar formulieren kann, was er eigentlich zu bieten hat, über welche Kompetenzen und Erfahrungen er verfügt, der hat es natürlich schwer das Interesse einer Firma auf sich zu lenken. Wenn ein Unternehmen eine Stelle ausschreibt, dann werden natürlich bevorzugt die BewerberInnen genommen, die anhand ihres Lebenslauf „beweisen“ können, dass sie für die Stelle geeignet sind. Und der beste Beweis sind weder das Studium an sich, noch Auslandserfahrungen, sondern einschlägige Praxiserfahrungen in dem jeweiligen Bereich.

Wer zum Beispiel in den Human Resources arbeiten möchte nach dem Studium, der ist gut beraten nicht nur ein Praktikum in diesem Bereich zu machen, sondern hier am besten schon ein Jahr lang als WerkstudentIn gearbeitet zu haben. Das hat zwei Vorteile: Als WerkstudentIn verdiene ich deutlich besser im Vergleich zu einem Praktikum und kann den Job vielleicht sogar zur Studienfinanzierung nutzen. Und ich sammel zugleich viel mehr Erfahrungen, als in einem mehrwöchigen Praktikum, in dem ich höchstens mal in den Job „hineinschnuppere“. Nicht selten bekommen WerkstudentInnen mit der Zeit echte Verantwortung übertragen und sammeln wertvolle Branchenerfahrungen, die sich nachher bei der Jobsuche wirklich bezahlt machen.

Ich möchte den Beitrag aber gar nicht schönreden. Es ist nun mal eine Tatsache, dass der Jobeinstieg heutzutage schwieriger und komplexer ist als noch zu Zeiten unserer Eltern. Trotzdem bringt es nichts Trübsal zu blasen und alles schwarz zu malen. Wer um die Problematik weiß, der kann bereits im Studium Strategien entwickeln und sich darauf vorbereiten. Der größte Fehler ist wohl, sich erst nach dem Studium mit seinem Berufswunsch und dem Weg dorthin auseinanderzusetzen. Denn ich glaube genau das haben die beiden Kandidaten in dem Beitrag getan.

Mein Fazit ist: Schaut, dass ihr frühzeitig Berufserfahrungen sammelt, euch über eure eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten im klaren werdet und euch ggf. neue Skills aneignet, die für euren Berufswunsch förderlich sind.

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