Scheiß auf „Work hard, play hard“!

„Work hard, play hard, relax hard“. Dieser Satz steht in einer Masterarbeit über Quantified-Self-Technologien, die ich gerade im Rahmen einer Hausarbeit lese. Darin geht es unter anderem um das sogenannte „Unternehmerische Selbst“, ein Begriff der im Grunde beschreibt, wie das persönliche Handeln der Menschen immer stärker von ökonomischen Aspekten dominiert wird. Man versucht sich in jeder Hinsicht zu optimieren, ganz nach dem Motto: Du hast es selbst was aus dir wird. Wie hübsch, gesund, beliebt, entspannt, erfolgreich du bist. Hol das Beste aus dir raus – in jeder Lebenslage! Höher, schneller, weiter. Ihr kennt das Lied.

Auf Geisteswirtschaft versuche ich ebenfalls andere Geisteswissenschaftler dazu aufzurufen das Beste aus dem Studium herauszuholen, selbstständig die Weichen für das spätere Berufsleben zu stellen und Verantwortung für den eigenen Lebensweg zu übernehmen. Und ich dachte es ist vielleicht an der Zeit das ein oder andere Missverständnis auszuklären.

Hightlights Slider

Meine Heimat Mülheim an der Ruhr. Hier fehlt nur noch der Hund – der ist in Arbeit! ;)

Ich selbst lebe oft in einem Zwiespalt zwischen „Ich möchte das Beste aus mir machen“ und „Ich möchte einfach mal nur sein dürfen, mal verweilen dürfen, ohne Ziel“ An manchen Tagen schreibe ich fleißig Artikel für diesen Blog hier, arbeite an meinen Hausarbeiten um gute Noten abzusahnen und knüpfe neue Kontakte um mein Netzwerk zu erweitern. An anderen Tagen wiederum habe ich auf all das absolut keinen Bock und sehe mein größtes Lebensziel in der Anschaffung eines Hundes, mit dem ich dann jeden Tag an der Ruhr entlang spaziere.

Geisteswirtschaft ist definitiv ein Herzensprojekt von mir, in das ich viel Zeit und Leidenschaft investiere. Und ich stehe auch absolut hinter der Aussage, dass man es größtenteils selbst in der Hand hat, was aus einem wird. Aber was letztendlich Erfolg ist und wie sich Karriere definiert, das bestimmt jeder für sich selbst! Ich will euch da draußen mit Geisteswirtschaft nicht dazu ermutigen lauter emsige Arbeitsbienen zu werden, die nach der Pfeife der Wirtschaft tanzen. Ich will euch vielmehr dazu motivieren, selbst das Ruder in die Hand zu nehmen. Selbst zu entscheiden, was ihr machen wollt und dafür die Weichen zu stellen. Und vor allem ein Selbstbewusstsein für eure fachlichen Kompetenzen zu entwickeln!

Wenn es dein Wunsch ist Journalist zu werden, dann findest du hier vielleicht im Laufe der Zeit den ein oder anderen Tipp, der dir auf deinem Weg behilflich sein wird. Wenn du völlig andere Ziele hast, dann ist das auch toll. Es geht nicht darum sich um jeden Preis selbst zu optimieren. Es geht vielmehr darum sich den Grundsatzfragen zu stellen: Was willst du? Was macht dich glücklich? Wofür willst du stehen? Woran hast du Spaß? Wenn du auf diese Fragen eine Antwort gefunden hast, dann kann Geisteswirtschaft dir vielleicht helfen, dein Ziel zu erreichen. Und das Ziel ist auf ganz individuelle Art erfolgreich zu sein. Karriere kann auch heißen den Job zu finden, der sich am besten mit deinen Vorstellungen von einem guten Leben vereinbaren lässt.

Tatsache ist, dass wir uns alle irgendwann einmal unsere Brötchen verdienen müssen. Wie man das mit einem geisteswissenschaftlichen Abschluss am geschicktesten hin bekommt, darauf versuche ich hier eine Antwort zu finden. Nicht mehr und nicht weniger.

Eure Gianna

Share on Facebook0Share on Google+0Tweet about this on TwitterEmail this to someone

There are 2 comments

  1. Yannick

    Danke Diana, dass du den Zwiespalt zwischen Selbstoptimierung und Selbstfindung so schön auf den Punkt gebracht hast. Ich glaube ehrlich gesagt, dass beides zusammen geht: wenn man diese Fragen ehrlich und authentisch beantworten kann, dann ist man „optimal“ (oder besser: man selbst).

    Dafür braucht man als Student allerdings einiges an Zeit – Zeit, die oftmals durch wenig gewinnbringende Hausarbeiten eingenommen wird. Deshalb versuche ich auf meinem Blog, Studierenden mehr Freizeit zu verschaffen.

    Danke, dass du sie in die Wirtschaft bringst, Gianna! ;-)

  2. Ben

    „Es geht nicht darum sich um jeden Preis selbst zu optimieren. Es geht vielmehr darum sich den Grundsatzfragen zu stellen: Was willst du? Was macht dich glücklich? Wofür willst du stehen?“

    Love it, Gianna!

Post Your Thoughts