Surftipps August 2015

Hier findest du meine Surftipps aus dem August 2015, die bei meiner persönlichen Recherche und Lektüre zusammen gekommen sind:

Erotik – „Und nachdem ich wiederholt die (geschätzten) Umsatzzahlen der Erotikbranche las und überprüfte, dachte ich: Wo Umsatz ist, da sind doch bestimmt auch Arbeitsplätze. Und zwar nicht nur „Sexarbeit“, Prostitutierte und Pornodarstellerinnen.“ Gemeint sind Tätigkeiten in Erotikmuseen, in der Erotikbuchbranche, als Drehbuchautor oder Texter.

Eric Jarosinski im Interview: „Nein“ zu Geisteswissenschaften – „Die Studierenden müssen das Studium als Möglichkeit verstehen, sehr viel zu lernen. Aber sie müssen sich bewusst sein: Man lernt nicht wahnsinnig viel Konkretes. Ich würde aber sagen: Man lernt eben auch sehr viel Wichtiges. Ein geisteswissenschaftliches Studium vermittelt sehr viele Fähigkeiten – das Problem ist nur, dass es schwierig ist, diese Fähigkeiten zu definieren.“

Es ist falsch, nur für den Markt zu studieren – „Eine wissenschaftliche Ausbildung ist keine Berufsvorbereitung. Stattdessen muss die Wirtschaft Vertrauen auch in nicht-lineare, nicht-systemkonforme Lebensläufe haben, damit sich auch die Studenten trauen können, abseits eines marktrelevanten Studiums Wissen und Lebenserfahrung zu erwerben. Kein Chef dieser Welt kann sich angepasste, einfallslose Absolventen wünschen, wenn er will, dass sein Unternehmen erfolgreich bleibt.“

Drei Fragen an Gregor Fabian, der Berufsperspektiven von Absolventen erforscht – „Wer eine wissenschaftliche Karriere an der Hochschule anstrebt oder in den höheren Dienst will, braucht einen Master. Geisteswissenschaftlern rate ich zum Master, wenn es geht mit Praxisbezug. Im Studium Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen erleichtert es später oft, einen Job zu finden.“

Was nützt die Geisteswissenschaft in Gedanken? – „Wenn du willst, dass das Klischee vom Taxi fahrenden Geisteswissenschaftler endlich ausstirbt, und dass dir Firmen auf Bewerbungen nicht mehr mit „Ich habe heute leider kein Foto für dich“ antworten, tu etwas dafür. Das Beste daran ist, du musst deinen inneren Kompass dafür nicht umdrehen: Folge ihm noch mehr als vorher. Schreib Texte zu den Themen, die dich interessieren. Alle Unternehmen, die einen Blog führen sind potentielle Arbeitgeber für dich.“

Bis zum Umfallen: wie wir uns kaputtarbeiten – „Bulimie-Lernen nennt man das: das Wissen in sich aufsaugen und dann auf Kommando ausspucken. Der Effekt ist kurzfristig, das meiste ist nach der Klausur vergessen. Die Nachtschicht mag kurzzeitig zu Effizienzsteigerungen führen, doch langfristig bezahlen die Betroffenen einen hohen Preis für ihre Schinderei.“

„Akademikerschwemme, so ein Quatsch“ – „Wenn wir nun fast überall beim achtjährigen Gymnasium sind, kann man auch ein bisschen länger studieren. Immer älter werden wir auch, und länger arbeiten wir sowieso. Warum sich also nicht fürs Studieren mehr Zeit nehmen?“

Von der Wichtigkeit, Zeit zum Nichtstun zu haben – „An der richtigen Stelle ist gegen Effizienz überhaupt nichts einzuwenden. Jedes Unternehmen sollte sehen, wie es mit möglichst wenig Aufwand eine möglichst gute Qualität produzieren oder leisten kann. Effizienz ist das Prinzip der Wirtschaft. Effizienz ist aber nicht das Patentrezept für alle anderen Lebensbereiche. Partnerschaften, Familien, Spiritualität, Bildung, Wissenschaft, Kunst, Politik und Freizeit verraten ihre Werte, wenn sie sich dem allgemeinen Diktat der Effizienz unterwerfen. All diese Lebensbereiche sind aber fundamental für ein gutes Leben und Zusammenleben. Durch die weitgehende Ökonomisierung aller Lebensbereiche drohen diese, zu sinnlosen Hohlkörpern verkommen. Ohne starke, autonome Lebensbereiche, die sich in einem Prozess des Ausbalancierens bewegen, ist ein gutes Leben aus meiner Sicht aber nicht vorstellbar.“

Geisteswissenschaften studieren ist der Shit! – „Geisteswissenschaftler machen keinen Hehl daraus, dass ihr Studium nicht gerade auf der Schnellspur trabt. Aber versuchen wir doch mal, die Punkte hervorzuheben, für die es sich noch lohnt, Asienwissenschaften oder Philosophie zu studieren – und ja, die gibt es.“

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Nach zwölf Jahren kommt das Nichts – „Linharts Fall zeigt, wie das deutsche Wissenschaftssystem den Forschernachwuchs ausbeutet und verprellt. 168.000 wissenschaftliche Mitarbeiter sind an deutschen Hochschulen beschäftigt, sie machen den sogenannten Mittelbau aus. Diese Männer und Frauen schreiben Anträge, geben Seminare und halten Vorlesungen. Sie betreuen Abschlussarbeiten, forschen und arbeiten in Drittmittelprojekten. Ohne sie liefe nur wenig an den Unis, doch eine feste Perspektive haben die „Postdocs“ oft nicht.“

Sechs Tipps zur (bezahlten) Karriere im sozialen Sektor – „Was man studiert hat, sei nicht so wichtig, wie viele glauben, erklärt Erin O’Connor Jones von der Branchen-Personalberatung Non-Profit Professionals Advisory Group (NPAG). Non-Profit-Organisationen bilden ihre Mitarbeiter häufig weiter und bieten Chancen für einen schnellen Aufstieg.“

Hört auf mit der Lebenslaufoptimierung! – „Die Lebenslaufoptimierung hat noch einen weiteren Nachteil: Weil sich alle am gleichen Modell orientieren, sehen die Lebensläufe am Ende sehr ähnlich aus. Es fehlen einzigartige und besondere Profile, die durch Umwege und Schlenker entstehen.“

Kündigung wegen Facebook-Hetze: „Das ist meine private Meinung!“ hat auch Grenzen – Toll zu sehen, dass einzelne Arbeitgeber bei dem Thema Fremdenhass so durchgreifen!

Karriere macht, wer hart arbeitet und noch mehr Irrtümer, wie auch Sie es schaffen. – „Karriere ist nicht eine Frage der Schnelligkeit, sondern der persönlichen Ziele und Lebensplanung. Es ist kein Wettrennen und ewiges Vergleichen. Es geht nicht um besser oder schneller als … und auch nicht um den wichtiger klingeden Job-Titel im Vergleich mit den Studienkollegen oder Freunden des gleichen Jahrgangs. Karriere ist individuell. Sie definieren, was Karriere für Sie persönlich bedeutet und wann Sie welche Ziele erreichen möchten. Es gibt genauso gute Gründe, stärker aufs Gas zu treten wie einen Gang runter zu schalten. Sie bestimmen Ihr Tempo, mit dem Sie im Beruf unterwegs sind!“

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