Richard David Precht: Vergesst das Wissen!

Der Philosoph Richard David Precht ist zu Gast in der Sendung „Sternstunde“ des SRF und erklärt gleich zu Beginn, warum er in Deutschland von der Presse oftmals negativ dargestellt wird und warum jemand, der als öffentlicher Intellektueller seine Meinung kundtut, besonders in unserem Land auf Kritik stößt. Zudem macht erklar: „Denn wenn Philosophie nur für Experten verständlich ist, wird sie in einer Mediengesellschaft unweigerlich bedeutungslos werden.“ und zeigt damit auf, wie wichtig es ist, sich auf verständliche Art und Weise auch als Philosoph in aktuelle Debatten einzumischen.

Besonders spannend finde ich auch die Debatte im zweiten Teil des Gesprächs, nämlich wenn es darum geht, dass Können bzw. Kompetenzen wichtiger ist als Wissen. Und das gilt nicht nicht nur für die Schulzeit (und die Debatte, wie man Schule dahinblickend besser gestalten kann), sondern diese Aussage lässt sich ebenso gut auf das Studium beziehen. Auf das Studium selbst kommt Precht später dann auch noch zu sprechen und kritisiert hier ebenfalls, wie systematisch und unprofessionell viele Studierende an den Unis Wissen eingeprügelt bekommen, dass sich in anderen, digitalen Formaten teils viel besser lernen ließe. Und was an Universitäten wirklich gelehrt werden sollte.

There are 2 comments

  1. Yannick

    Recht hat Herr Precht, dass in den Unis nach wie vor viel Wert auf „Wissen“ gelegt wird. Und Recht hat er, dass es heute viel mehr zählt was wir mit diesem Wissen tun „können“.

    Der größte Falle für Studierende daran: durch den universitären Fokus auf „Wissen“ denken viele Studierende, dass man für die Klausur möglichst viel über (z. B.) Shakespeare lernen müsste. Oder für die Hausarbeit möglichst viel über Thomas Mann wissen müsste. Tatsächlich kommt es aber darauf an, ob man eine Klausur oder Hausarbeit schreiben „kann“. Das Wissen über den jeweiligen Inhalt ist nebensächlich.

    Also: klasse Denkanstoß. Danke Gianna!

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