So trifft dein Anschreiben ins Schwarze

Anschreiben zu formulieren fällt vielen Bewerbern schwer. In einem Anschreiben hat man die Chance, frei zu formulieren, warum man sich auf die ausgeschriebene Stelle bewirbt und was einen für den Job prädestiniert. Dabei kann man viele Fehler machen machen, aber auch viele Pluspunkte sammeln. Daher gilt: Verschickt NIEMALS Massenanschreiben! Wer es mit seiner Bewerbung ernst meint und den Job WIRKLICH haben will, der sollte sich auch die Zeit nehmen individuell auf die Ausschreibung abgestimmte Unterlagen einzureichen.

Lerne deine Zielgruppe kennen

Damit dein Anschreiben zum Türöffner wird, solltest du dir vor Augen halten, dass eine Bewerbung nichts anderes als zielgruppenorientierte Kommunikation ist. Also ist deine erste Aufgabe, deine Zielgruppe kennen zu lernen. Das kannst du, indem du dir zuerst einmal alle Informationen und Kanäle genau anschaust, die das jeweilige Unternehmen zur Verfügung stellt: Die Ausschreibung, die Webseite sowie alle Social Media Kanäle (Twitter, Facebook, XING, etc.).

  1. Die Präsenz: Wie ist das Unternehmen im Internet vertreten? Hat es eine eigene Webseite oder sogar Social Media Kanäle? Oder hast du vielleicht einen Flyer auf einer Jobmesse bekommen?
  2. Das Design: Wie wirkt das Unternehmen optisch auf dich? Ist das Design eher kühl und klar, sehr sachlich oder doch verspielt? Weisen die unterschiedlichen Kanäle ein Corporate Design auf? Sind die Kanäle aktuell oder stauben sie vor sich hin? Findet man auf Facebook z.B. Fotos von Firmenfeiern und Feierabendbierchen oder eher Mitarbeiter im Nadelstreifenanzug auf Messen und Links zum Jahresbericht?
  3. Der Informationsgehalt: Was für Informationen kannst du über das Unternehmen herausfinden? Gibt es vielleicht besondere Hinweise für Bewerber? Oder zur Unternehmensphilosophie? Ja sogar Interviews mit Mitarbeitern?
  4. Die Unternehmensgröße: Hast du es hier mit einem Konzern zu tun, einem mittelständischen Unternehmen oder einer kleinen Klitsche? Wirst du ein Gesicht unter vielen oder kennt hier jeder Mitarbeiter seine Kollegen beim Namen?
  5. Die Sprache: Mit welcher Sprachlichkeit zeigt sich das Unternehmen nach Außen? Hast du das Gefühl hier wird Beamtendeutsch gesprochen? Oder kannst du dich vor Anglizismen kaum retten?

Mach dir am besten zu jedem Punkt Notizen, idealerweise eine Mischung aus Fakten („ein 5-Mann-Betrieb“) und gefühlten Eindrücken („wirkt sehr modern und IT-affin“). Das Ergebnis deiner Analyse wird dir zeigen, mit wem du es tun hast und dir ermöglichen, auf selber Ebene das Unternehmen in deinem Anschreiben anzusprechen. Zum Beispiel solltest du bei der DOJO Werbeagentur sicherlich einen anderen Schreib- und Bewerbungsstil an den Tag legen als bei der Steinbeis-Stiftung

Zeig was du kannst

Nachdem du nun ein Gefühl dafür bekommen hast, welches Betriebsklima bei deinem potentiellen Arbeitgeber herrscht, geht es im nächsten Schritt darum deutlich zu machen, warum DU der perfekte Kandidat für den Job bist. Um gezielt für dich argumentieren zu können, hilft es, wenn du das Anforderungsprofil der Firma mit deinen eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten abgleichst. Zum Beispiel in Form einer einfachen Tabelle:

anforderungen
Mit Hilfe dieser Gegenüberstellung wird es dir im Anschreiben gelingen, punktgenau auf die Anforderungen der Firma einzugehen und mit Fakten aus deinem Lebenslauf zu belegen, warum du das Profil erfüllst. Denn: Ein Personaler will im Anschreiben nicht zusammenhangslos lesen, was du bisher so alles gemacht hast, sondern warum gerade du die beste Wahl für die genau diese eine Stelle bist. Alles andere klingt nach 0815-Floskeln und landet im Müll. Versprochen.

Warum sich der Aufwand lohnt

Es liegt natürlich auf der Hand, dass du von dieser gründlichen Vorbereitung auch später im Vorstellungsgespräch profitieren wirst, denn dann werden dich Fragen nach deiner Qualifikation bestimmt nicht aus dem Konzept bringen. Denn: du weißt was gefragt ist und du weißt was du kannst. Nicht zuletzt eine gute Position, um am Ende auch die Gehaltsfrage geschickt zu klären.

Als kleine Übung solltest du dir im übrigen öfter Mal Stellenanzeigen durchlesen, unabhängig dessen ob du dich auf den Job bewerben willst oder nicht. Das schult dein Gefühl für den Markt und lässt dich Ausschreibungen und Firmen besser einordnen. Mehr dazu findest du auch HIER.

There is one comment

  1. Andreas Herrmann

    Ja, ein Anschreiben sollte in jedem Fall authentisch, aber auch von Herzblut und der Leidenschaft für die Tätigkeit xy geprägt sein. Standard-Floskeln sind ein absolutes no-go! Die hier genannten Tipps sind wertvoll und ich kann diese nur bestätigen. Danke dafür!

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