Studentisches Publizieren – der erste zitierfähige Beitrag

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Dass Praxiserfahrungen und Referenzen für den Berufseinstieg maßgeblich entscheidend sind, dürfte ja mittlerweile jeden erreicht haben. Wie aber sieht es aus, wenn man nach dem Master den akademischen Werdegang einschlagen möchte, sprich eine Promotion anstrebt? Auch hier spielen ganz ähnliche Faktoren eine Rolle, die man sonst eher aus der Wirtschaft kennt: Es geht um gute Noten, ein gutes Netzwerk (in diesem Falle also ein guter Draht zu einem Professor / einer Professorin) und um erste zitierfähige Publikationen. Aber wie und wo kann man bereits im Studium wissenschaftliche Beiträge publizieren?

Es gibt mittlerweile eine Hand voll Magazine, die sich auf das Publizieren von studentischen Beiträgen spezialisiert haben und Studierenden unterschiedlichster Fachrichtung eine Plattform für ihre wissenschaftlichen Arbeiten bieten wollen. Dabei geht es natürlich auch darum, dass Studierenden die Chance zur ersten zitierfähige Publikation geboten werden soll, vor allem aber steht im Fokus, dass hochwertige und spannende Hausarbeiten nicht einfach in der Schublade verschwinden.

Davon ab machen sich Publikationen so oder so gut im Lebenslauf, selbst wenn man sich auf Stellen in der Wirtschaft bewirbt.


Incipiens – Zeitschrift für Erstpublikationen aus der Philosophie und ihrer Geschichte

Incipiens – Zeitschrift für Erstpublikationen aus der Philosophie und ihrer Geschichte ist das neue wissenschaftliche Journal der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft der LMU München. Es wird zukünftig zweimal jährlich online publiziert und soll Studierenden und jungen Wissenschaftler/innen den Weg zu einer ersten zitierfähigen Publikation ebnen.

Incipiens steht Beiträgen aus allen inhaltlichen Richtungen offen – es muss sich lediglich um die erste wissenschaftliche Publikation der Autorin/des Autors handeln und ein Bezug zur Philosophie muss klar erkennbar sein. Ein blindes Review-Verfahren wird angewandt. Herausgeber sind die festen Professoren der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft der LMU München, verantwortlicher Herausgeber ist Prof. Dr. Thomas Ricklin.

https://www.incipiens.de/


DIENADEL

DIENADEL ist eine Zeitschrift, die StudentInnen der Kulturwissenschaften und Künste zusammenführt und in Austausch treten lässt. Die Zeitschrift veröffentlicht Texte verschiedener Genres – überwiegend Fachartikel und Essays aber auch Kunstkritiken und Interviews – von Studierenden der Kulturwissenschaften, die einen innovativen und kreativen Zugang zu künstlerischen, kunstwissenschaftlichen oder medientheoretischen Fragestellungen bieten. Innenteil und Cover der Zeitschrift bieten darüber hinaus aufstrebenden KunststudentInnen Raum für eine Werkschau. Textbeiträge, Cover und Werkschau orientieren sich am jeweiligen Themenschwerpunkt einer Ausgabe. Die Zeitschrift erscheint derzeit jährlich.

Die Zeitschrift liegt komplett in studentischer Hand: Die Redaktion setzt sich zusammen aus Lüneburger Bachelor- und Masterstudierenden verschiedener Semester, überwiegend aus den Kulturwissenschaften.

http://dienadel.net/


360° – Das studentische Journal für Politik und Gesellschaft

360° ist das Wissenschaftsjournal von Studierenden für Studierende aus allen Fachbereichen. Mehrfach ausgezeichnet, ehrenamtlich tätig und in Deutschland einzigartig. Jungen WissenschaftlerInnen aus allen akademischen Bereichen soll vor Abschluss ihres Studiums die Möglichkeit gegeben werden, im professionellen Rahmen Arbeiten zu veröffentlichen, die sonst in der Schublade der Lehrenden verschwunden wären. Auch kreative Köpfe können ihren Beitrag in Form von Illustrationen oder Fotografien leisten. Ziel des Journals ist ein fundierter Rundumblick auf ein gesellschaftspolitisches Oberthema.

Rund 50 MitarbeiterInnen und externe GutachterInnen arbeiten ehrenamtlich bei 360° mit. Dabei agiert die Redaktion über das ganze Land verteilt und gestaltet gemeinsam mit den AutorInnen die Texte, die ihre Relevanz im Auswahlverfahren bewiesen haben.

http://www.journal360.de/


Soziologiemagazin

Der soziologiemagazin e.V. ist nach dem 1. Studentischen Soziologiekongress in Halle (Saale) 2007 gegründet worden und ist heute ein deutschlandweites Projekt von Studierenden und AbsolventInnen, welches soziologische Themen eine neue Öffentlichkeit geben und den soziologischen Diskurs zwischen Studierenden, Soziologieinteressierten und WissenschaftlerInnen der unterschiedlichen Fachrichtungen fördern möchte. Mit dem Soziologiemagazin soll die Schnittstelle zwischen Studium und Nachwuchswissenschaft besetzt werden. Zu wechselnden Call4Papers können somit Studierende oder auch frische NachwuchswissenschaftlerInnen wissenschaftliche Artikel einreichen, die in einem anonymisierten Verfahren durch das Redaktionsteam und den Wissenschaftlichen Beirat ausgewählt und betreut werden. Das Soziologiemagazin gibt es als kostenloses eJournal sowie als gedruckte Ausgabe als Print-On-Demand.

http://soziologieblog.hypotheses.org/


Kritische Ausgabe

Die deutschsprachige Gegenwartsliteratur beispielhaft zu porträtieren, ihren Tendenzen nachzuspüren und dabei literaturwissenschaftliche Inhalte auch einem nicht-akademischen Publikum in verständlicher und ansprechender Weise nahe zu bringen, das ist das Ziel der Kritischen Ausgabe. Dabei nimmt sie eine vermittelnde Position zwischen der germanistischen Forschung und der Lebendigkeit des expandierenden literarischen Betriebs ein.

Die Kritische Ausgabe erscheint seit zehn Jahren regelmäßig im Umfeld des Instituts für Germanistik der Universität Bonn. Hier haben Studierende die Möglichkeit, an der Seite von Dozenten, Journalisten und Schriftstellern erste publizistische und redaktionelle Erfahrungen zu sammeln.

http://www.kritische-ausgabe.de/


anwesenheitsnotiz

Die anwesenheitsnotiz ist eine seit 2010 bestehende studentische Zeitschrift für Geistes- und Kulturwissenschaften, die an vielen Universitäten im deutschsprachigen Raum dank finanzieller Unterstützung der Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freien Universität Berlin kostenfrei erhältlich ist. Sie erscheint ein- bis zweimal Jahr mit einer Auflage von 600 Exemplaren und versammelt Studienarbeiten, die zu schade für die Schublade sind. Daneben sind Rezensionen und redaktionelle Inhalte zu aktuellen Vernetzungen von Kunst, Kultur und Wissenschaft enthalten.

https://anwesenheitsnotizen.wordpress.com


DNGPS Working Paper

Die Deutsche Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaft (DNGPS) hat sich 2011 in Osnabrück gegründet und sich zum Ziel gesetzt, Studierende der Politik- und Sozialwissenschaften besser zu vernetzen und so einen wissenschaftlichen Austausch und breite Vernetzung in der Studierendenschaft zu befördern.

Im Rahmen dessen bietet die DNGPS einen publizistischen Raum für Studierende, indem sie die “Working Paper”-Reihe gestartet haben. Hier gibt es keine Call for Paper-Fristen, das heißt die Publikation wird zeitnah nach der Einreichung veröffentlicht und das zu Themen aus dem gesamten Feld der Politik- und Sozialwissenschaften. Allerdings ist diese Publikationsform den DNGPS-Mitgliedern vorbehalten, die hier exklusiv ihre Arbeit einreichen können.

http://www.dngps.de/dngps-working-paper/


Die aktuellen Call for Paper sowie weitere Informationen rund um die Beitragskriterien und Auswahlverfahren finden sich auf den jeweiligen Webseiten der Magazine.

Falls du weitere Magazine oder Plattformen kennst, in oder auf denen Studierende ihre wissenschaftlichen Arbeiten publizieren können, würde ich mich über einen Kommentar unter diesem Beitrag freuen!

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