Surftipps Oktober 2015

Hier findest du meine Surftipps aus dem Oktober 2015, die bei meiner persönlichen Recherche und Lektüre zusammen gekommen sind:

Wo seid ihr, Professoren? – „Gravierender ist jedoch, dass die Ökonomisierung geistiger Güter das Klima an den Universitäten verändert. Sie setzt ein scheinbar objektives Messbarkeitsideal, das naturwissenschaftliche Exaktheitsvorstellungen als allgemeingültige Messlatte propagiert. Sie wirkt als großer Gleichmacher, weil sie die Publikations- und Organisationsformen in einen Sog der Vereinheitlichung hineinzieht und nur einen Typus von Wissenschaft begünstigt. Auf einmal zählt primär die drittmittelfähige Verbundforschung und das Genre des Spezialaufsatzes. Auf einmal wird das Antragsformat zum Anlass, sich einem Thema zu widmen – und eben nicht die aus intellektueller Leidenschaft geborene Faszination. Auf einmal wird überall gezählt, gerechnet, gewogen. Und auf einmal scheinen alle mit allen vergleichbar, weil man ihre Leistungen so scheinbar präzise messen und mit raffinierten Anreizen managen kann.“

Ein Interview mit Dr. Jörg Pannier über die Berufsaussichten von Geisteswissenschaftlern – „Tatsächlich sind unsere Sorgenkinder auf dem Arbeitsmarkt eher diejenigen, die eine viel zu feste Vorstellung davon haben, was sie mal machen werden und sich wenig Gedanken um den Arbeitsmarkt machen. Die Meisten, die irgendwas im Ingenieurbereich studieren, glauben, alles ist wunderbar und man müsste sich gar nicht groß bewegen. Geisteswissenschaftler hingegen fangen vom ersten Semester an sich zu fragen, was mache ich da, ist das überhaupt richtig. Und erst in der Folge machen sie bestimmte Erfahrungen, welche ihre Vorurteile zu bestätigen scheinen. Das ist dann ein Kreislauf, aus dem man sie schwer wieder herausbekommt. Mein Ansatz ist eher, zu sagen, es gibt da draußen eine ganz bunte Welt. Die wartet im Prinzip nur auf uns Geisteswissenschaftler, man muss sie sich aber erschließen. Und das ist oft der Punkt, wo es dann hapert.“

Dolmetscherin: „Hinterher soll keiner mehr wissen, dass ich dabei war“ – „Ein Dolmetscher übersetzt gesprochene Sprache, reist viel, arbeitet im Team, muss gut mit Stress umgehen können und in Echtzeit übersetzen. Ein Übersetzer macht schriftliche Übertragungen von einer Sprache in die andere – in der Politik also zum Beispiel Briefe oder Reden. Er macht das meiste vom Schreibtisch aus, kann also länger nach dem perfekten Wort suchen.“

Consulting: Mit einem geisteswissenschaftlichem Studium bei zeb – „Mit einem geisteswissenschaftlichen Studium in einer auf die Bankenbranche spezialisierten Beratung einzusteigen ist sicherlich auf den ersten Blick keine naheliegende Entscheidung. Daher war ich natürlich am Anfang etwas nervös, ob meine Fähigkeiten zu den Projekten passen und ob ich hier erfolgreich sein kann. Doch diese Angst war unbegründet. Es waren immer eine gezielte Führung und Rückhalt durch ältere Kollegen vorhanden, die mir Sicherheit gaben und zugleich meinen Lerneffekt hochhielten.“

10 Dinge, die ein Germanistikstudent definitiv nicht hören möchte – „Germanistik? Ach, so siehst du gar nicht aus.“

Liebe Journalisten, bitte lernt endlich mal Euer Handwerkszeug – „Junge Kollegen mit formal bester journalistischer Ausbildung bewerben sich bei mir, bringen aber außer einer diffusen Bereitschaft, sich auf digitales Arbeiten einzulassen, nur ganz wenig von dem Handwerkszeug mit, das in unserer heutigen digitalen Welt so wichtig ist. Insbesondere beim Thema SEO, dem neben „Social“ wichtigsten Thema, wenn es um Reichweite im Netz geht, sind die meisten total blank.“

Diese Fähigkeiten sollten Sie haben oder rasch erwerben – „Wer zum Beispiel über Fertigkeiten im Wissensmanagement verfügt sowie bewiesen hat, dass er Daten interpretieren kann, ist für die Arbeit der Zukunft gut aufgestellt. So lautet eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Business-Netzwerks LinkedIn unter deutschen Geschäftsführern und Personalern. Change Management-Fertigkeiten, ein grundlegendes Verständnis für Programmierung und Interkulturelle Kompetenz zählen laut der Umfrage außerdem zu den Fähigkeiten, die über die nächsten zehn Jahre am meisten an Wichtigkeit hinzugewinnen werden. Wer sich jetzt rechtzeitig in den so genannten Schlüsselqualifikationen fitmacht, wird in den kommenden Jahren die besseren Karten haben.“

Bunte Hunde in der Consulting-Welt – „Laut einer Marktbefragung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater steigen immerhin drei Prozent der Junior-Berater mit einem medizinischen oder sprach- und kulturwissenschaftlichen Studienhintergrund in den Consulting-Bereich ein. Neben Betriebswirtschaftlern, Wirtschafts- und auch Naturwissenschaftlern haben also auch Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen durchaus Chancen, in der Branche Fuß zu fassen. Carsten Baumgärtner, Chef-Recruiter bei der Boston Consulting Group, betont gegenüber den Informationsdiensten WILA Arbeitsmarkt: „Wir stellen auch Geistes- und Sozialwissenschaftler ein, weil wir global unsere Kunden in den verschiedensten Disziplinen beraten. Daher suchen wir neben Wirtschaftswissenschaftlern ungefähr zur Hälfte auch Berater mit diversen anderen Studienhintergründen – so auch Geistes- und Sozialwissenschaftler.“

Lern doch mal was Neues! 24 E-Learning-Plattformen, die dir was beibringen – „Lebenslanges lernen war noch nie so leicht. Ein Gang in die Stadtbibliothek, das Buchen einer Sprachreise oder überteuerte Business-Seminare in einem Kuhkaff irgendwo in Deutschland – nein, das alles muss heute dank des Internets und einem wachsenden Angebot an digitalen Lernplattformen niemand mehr in Kauf nehmen, um sein Wissen nebenbei und effektiv aufzufrischen.“

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