Wie man im Studium seinem Berufswunsch näher kommt

Studierende der Geisteswissenschaften haben oftmals das Problem einen genauen Berufswunsch zu definieren. Die Wenigsten wissen zu Beginn ihres Studiums, wohin die Reise einmal gehen soll. Das ist am Anfang auch noch nicht weiter tragisch, aber mit Fortschreiten des Studiums sollten sich langsam die eigenen Stärken, Vorlieben und Ziele herauskristallisieren. Natürlich sollte man Praktika machen oder Nebenjobs annehmen um Erfahrungen zu sammeln.

Dein neues Hobby: Jobanzeigen lesen

Aber damit es am Ende des Studiums kein böses Erwachen gibt, hab ich einen ganz einfachen Trick für euch um dem eigenen Berufswunsch näher zu kommen: Jobanzeigen sammeln. Nehmt euch die Zeit und schaut euch Jobanzeigen für Geisteswissenschafter an. Und zwar lange bevor ihr wirklich auf Jobsuche seid. Das hat folgende Vorteile:

1) Ihr lernt die einschlägigen Quellen kennen, in denen ihr Jobanzeigen für Geisteswissenschaftler findet (mehr dazu auch in meiner Rubrik Links). Das hilft euch dann später wenn es erst wird bei der effizienten Suche nach Angeboten.

2) Ihr bekommt einen Überblick, was für Jobs eigentlich ausgeschrieben werden. Das heißt ihr lernt die Branchen und Firmen kennen, die Geisteswissenschaftler suchen, lernt einzelne Berufsbezeichnungen kennen (für ein und dieselbe Tätigkeit können alle möglichen Bezeichnungen herhalten wie schon Svenja Hofert festgestellt hat) und das Wichtigste: Ihr bekommt ein Gefühl dafür was der Arbeitsmarkt von euch fordert. Wer regelmäßig Jobanzeigen liest, der weiß zum Beispiel was ein Onlineredakteur oder Social Media Manager oder Kulturwirt können muss.

3) Ihr habt die Möglichkeit die Anforderungsprofile der einzelnen Stellen mit eurem Lebenslauf und euren Interessen abzugleichen. Wenn ihr erst einmal eine Branche oder einen Job gefunden habt, der euch vielleicht Spaß machen würde, dann geben die Stellenanzeigen Aufschluss darüber, welche Kenntnisse und Fähigkeiten ihr euch im Studium vielleicht noch aneignen solltet, um später gut vorbereitet zu sein. Fehlt vielleicht noch eine Fremdsprache? Oder Skills in Redaktionssystemen? Wer früh weiß, welche Lücken er hat, kann die Unizeit dazu nutzen um diese zu füllen.

Ihr seht, Jobanzeigen sind ein guter Einstieg um sich ein Bild vom Arbeitsmarkt zu machen. Und dabei werdet ihr mit der Zeit ganz automatisch Ausschreibungen finden, bei denen ihr denkt „Oh, das wär doch was.“. Sammelt diese Anzeigen! So bekommt ihr Stück für Stück eine Auswahl an potentiellen Jobs, die euch interessieren könnten und wisst zugleich, was dort von euch gefordert wird. Und schaut euch dabei auch Branchen an, die euch vielleicht nicht sofort in den Sinn kommen wie z.B. die Automobilindustrie oder IT-Industrie. Auch hier kann was für euch dabei sein!

There are 2 comments

  1. Kai

    Bin aus eigenem Interesse auf den Artikel gestoßen – vielen Dank für die Tipps. Besonders der Rundumblick ist denke ich entscheidend für Generalisten. Man lässt sich viel zu schnell von eingeredeten und sozialisierten Denkmustern leiten (entweder die Schiene Großkonzern oder Schiene NGO), aber es gibt noch soo viel Graubereich dazwischen. Und grau meine ich durchaus positiv.

    Eine nette Entscheidungshilfe auf der Jobsuche für Geisteswissenschaftler findet sich auch hier: http://www.studienstrategie.de/geisteswissenschaften-jobs/ Dort wird auch noch mal auf die besonderen Stärken von Geisteswissenschaftlern eingegangen, aber auch spannende Berufsfelder erkundet.

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